Vakuumlöten
Flussmittelfrei, oxidfrei und reproduzierbar löten
Beim Vakuumlöten werden Bauteile in einer evakuierten Kammer auf Löttemperatur gebracht. Weil kein Sauerstoff vorhanden ist, entstehen keine Oxide – und es wird kein Flussmittel benötigt. Das Ergebnis sind saubere, hochfeste Lötverbindungen ohne Flussmittelrückstände und meist ohne Nacharbeit.
IEW entwickelt und baut seit 1996 Anlagen für die induktive Erwärmung und das Löten. Seit 2018 fertigen wir mit der VVBM-Serie (Vertical Vacuum Brazing Machine) eigene Vakuumlötanlagen – mehr als 35 Anlagen sind inzwischen weltweit im Einsatz, vom kleinen Werkzeugbetrieb bis zur Serienfertigung.
Vorteile des Vakuumlötens
- Ohne Flussmittel und ohne galvanische Prozesse: keine Rückstände, keine Korrosion, kein Reinigen nach dem Löten
- Oxidfreie, blanke Oberflächen – keine Anlauffarben, keine Verfärbung
- Hohe Festigkeit und Dichtheit der Lötverbindung durch gute Benetzung
- Reproduzierbare Ergebnisse durch geregelte Temperatur-, Rampen- und Haltezeiten
- Hunderte Teile pro Charge – ideal für Schneidplatten und Werkzeuge
Typische Anwendungen und Werkstoffe
- Schneidwerkzeuge: Wendeschneidplatten, Fräser und Bohrer mit Schneiden aus PKD, CBN, MKD oder CVD sowie Hartmetallwerkzeuge
- Diamantwerkzeuge: flussmittelfreies Auflöten von Diamantkorn als Alternative zu galvanischen und gesinterten Bindungen
- Hochtemperaturlöten von Keramik und Keramikverbunden
- Medizintechnik: Bauteile mit implantatverträglichen Oberflächen
- Präzisionsteile, Musterbau und Serienfertigung
Vakuumlötanlagen VVBM150 und VVBM200
Der vertikale Aufbau der VVBM-Serie nutzt den Kammerraum deutlich besser als horizontale Anlagen:
- Bis zu 800 PKD-Wendeschneidplatten pro Charge (VVBM200) auf bis zu 14 Ebenen mit ca. 25 mm Abstand
- Patentierte 3-Zonen-Temperaturregelung, Homogenität unter 10 °C – PKD (unter 700 °C) und CBN/CVD (über 800 °C) in einem Durchlauf
- Vakuumkammer aus Quarzglas ohne Metallteile – kein Kontaminationsrisiko, mit Sichtfenster zur Live-Beobachtung
- Kurze Zyklen: unter 90 Minuten vom Beladen bis zum Entnehmen
- Resume-Funktion: Nach einem Strom- oder Kühlwasserausfall setzt die Anlage den Zyklus genau an der Unterbrechung fort – keine verlorene Charge
- VVBM200 mit Partialdruckregelung gegen das Ausgasen von Silber aus Aktivloten und optionaler Stickstoffkühlung für kurze Zykluszeiten
- Niedrige Betriebskosten: ca. 4–8 € pro Zyklus für Strom, Druckluft und Vakuum; Energieverbrauch wird protokolliert, ungenutzte Zonen lassen sich abschalten
- Vollautomatische Steuerung, Fernwartung per VPN, frei einstellbare Heiz- und Kühlrampen
Die VVBM150 (Heizzone 240 mm) ist die kompakte Lösung für kleinere Volumen, die VVBM200 (Heizzone 360 mm) die Anlage für die Serienfertigung. Technische Details zur VVBM150 / VVBM200 →
Lohnlöten, Prozessentwicklung und Vorrichtungen
Sie haben (noch) keine eigene Anlage? IEW übernimmt das Vakuumlöten im Lohn auf eigenen VVBM-Anlagen – von der Einzelcharge bis zur Serie. Unsere Ingenieure beraten Sie zu Lotauswahl und Prozessparametern und fertigen kundenspezifische, stapelbare Vorrichtungen für Ihre Schneidplatten und Werkzeuge.
Forschung: Diamantkorn gezielt platzieren
Im Forschungsprojekt VaBriDia entwickelt IEW gemeinsam mit dem Fraunhofer IPA und Industriepartnern ein Verfahren, bei dem Lotpaste mikrodosiert, Diamantkorn im Wirbelbett gleichmäßig aufgebracht und anschließend im Vakuum gelötet wird – ohne Galvanik und ohne Flussmittel. Ziel sind langlebige Schleifwerkzeuge, z. B. für die Bearbeitung beschichteter Bremsscheiben.
Vakuumlöten oder Induktionslöten unter Schutzgas?
- Vakuumlöten: gleichmäßige Erwärmung, sehr viele Teile pro Charge, flussmittelfrei – ideal für Schneidwerkzeuge und mehrschneidige Werkzeuge mit hohen Anforderungen an die Reproduzierbarkeit.
- Induktionslöten (auch unter Schutzgas): lokale Erwärmung in Sekunden, gut automatisierbar – ideal für Rohrleitungen, Baugruppen und Einzelwerkzeuge.
Da IEW beide Technologien baut, beraten wir Sie herstellerneutral zum passenden Verfahren.
Kostenloser Löttest mit Ihren Bauteilen
Senden Sie uns Ihre Bauteile – wir führen einen kostenlosen Anwendungstest durch und zeigen Ihnen Ergebnis, Zykluszeit und passende Lösung: eigene Anlage oder Lohnlöten.
Häufige Fragen zum Vakuumlöten
Braucht man beim Vakuumlöten Flussmittel?
Nein. Durch das Vakuum entstehen keine Oxide, daher kann auf Flussmittel verzichtet werden. Die Bauteile sind nach dem Löten sauber und müssen nicht gereinigt werden.
Kann ich PKD und CBN in derselben Charge löten?
Ja. Dank der drei unabhängig geregelten Heizzonen der VVBM lassen sich Werkzeuge mit unterschiedlicher Löttemperatur – z. B. PKD unter 700 °C und CBN/CVD über 800 °C – in einem Durchlauf löten.
Wie lange dauert ein Vakuumlötzyklus?
Ein kompletter Zyklus mit der VVBM – vom Beladen über Aufheizen, Löten und Abkühlen bis zum Entnehmen – dauert unter 90 Minuten.
Was kostet ein Lötzyklus?
Die Betriebskosten für Strom, Druckluft und Vakuum liegen je nach Strompreis bei ca. 4–8 € pro Zyklus.
Bietet IEW auch Lohnlöten an?
Ja. Wir löten Ihre Teile auf unseren eigenen VVBM-Anlagen – ideal zum Testen, für Kleinserien oder als Überbrückung bis zur eigenen Anlage.
Wie schnell erhalte ich ein Angebot?
Schicken Sie uns Ihre Anfrage über das Kontaktformular oder fordern Sie einen Rückruf an – wir melden uns zeitnah.
Fachartikel zur VVBM-Serie
- IEW Vakuumlötanlagen – Wenn jedes Korn sitzt (indiamond.world, 2026)
- Diamant trifft Präzision (indiamond.world, 2025)
- Innovative Vakuumlöttechnologie für Hochleistungs-Diamantwerkzeuge (indiamond.world, 2025)